#678 - China-Experte Kai Strittmatter über Xi & das politische System

Shownotes

Zu Gast im Studio: Journalist Kai Strittmatter. Er studierte von 1984 bis 1992 Sinologie an der Universität München mit Studienaufenthalten in Xi’an (Volksrepublik China) und Taipeh (Taiwan). Er besuchte anschließend die Deutsche Journalistenschule in München. Für die Süddeutsche Zeitung war er ab 1997 acht Jahre lang Korrespondent in Peking. Von 2005 bis 2012 berichtete er für die SZ von Istanbul aus über die Türkei und Griechenland, von 2012 bis 2018 war er wieder deren Korrespondent in Peking. Inzwischen ist er Skandinavien-Korrespondent für die Zeitung.

Die englischsprachige Fassung seines Buchs „Die Neuerfindung der Diktatur“ („We have been harmonized“) wurde von der Washington Post auf die „Liste der wichtigsten Sachbücher des Jahres 2020“ aufgenommen.

Ein Gespräch über die chinesische Sprache in Wort vs. Schrift, "Red Flags" in der Kommunikation, WeChat, das Tian’anmen-Massaker 1989, Meinungsfreiheit in den Sozialen Medien 2009 bis 2012, Kais Zeit als Student in China der 1980ern, Taiwan & die Ein-China-Politik, Deutschlands Abhängigkeit von China, Chinas militärische Konkurenz zur USA, Kais zwei Perioden als SZ-Korrespondent in Peking, jährliche "Mitarbeitergespräche" im chinesischen Außenministerium, "Kommunismus" in China, der Aufstieg von Xi Jinping, Ein-Mann-Diktatur, Totalitarismus, die Gefahr des Personenkults, Volkszorn und Hass auf die KP + eure Fragen via Hans

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Kommentare (1)

Luzie

Social Scoring & Co - Könnte man bei weiteren Interviews mit Sinologen aufgreifen. Als Langnase mit chinesischer Familie kann ich Maritta Adam-Tkalec von der Berliner Zeitung nur zustimmen - vieles liegt nicht übereinander. Dabei geht die Autorin auch auf Kai Strittmatter ein. Ich hörte von meiner Familie von vor Ort von einem Pilotversuch in Suzhou, der aber abgebrochen wurde. Wieso? Es waren den Behörden einfach zu viele Daten, die nicht mehr verarbeitet werden konnten. ;-) Der ganze Text, siehe Quelle: https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/wer-hat-angst-vor-china-der-scheele-blick-deutscher-medien-auf-die-aufsteigende-supermacht-li.2179441 "... Die merkwürdige Schieflage der China-Berichterstattung deutscher Medien fiel mir massiv auf, als ich im Sommer 2023 eine Reise nach Peking und Qingdao vorbereitete – genauer gesagt, als ich an Ort und Stelle merkte, dass ich mit meinem angelesenen Wissen völlig schieflag. Umso wichtiger wurde der Plan, neben dem Besuchsprogramm, das eine Umwelt- und Handelsmesse, Firmen und den Deutsch-chinesischen Ökopark in Qingdao vorsah, ein Thema zu erkunden: Wie ist es möglich, dass Chinesen das sogenannte Social Scoring akzeptieren, also ein System der Verhaltenskontrolle und Datensammlung, das Menschen mithilfe von Punktevergabe oder -entzug höher oder niedriger einstuft? Schon am ersten Tag war klar: Die Sache stinkt. ... Ergebnis: Tatsächlich hatte sich die Story eines Buches des Journalisten Kai Strittmatter aus dem Jahr 2019 auch bei mir festgesetzt. Sie war in zahlreichen Pressetexten und Dokus aufgegriffen und nicht korrigiert worden. Zwar gab es in China etliche Pilotversuche zum Social Scoring, jedoch setzte sich nichts davon durch – obwohl laut Umfragen 80 Prozent der Chinesen nichts gegen die Verwendung von Daten haben, wenn damit die Gesellschaft sicherer und stabiler wird. ... Bis heute vermittelt der Wikipediatext zum Sozialkreditsystem in China Unsinn. Er bedient ein vorgefertigtes Weltbild. Warum aber geschieht das? ..." ... Das wäre ein zweites interessantes Interview.

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